„Ein Abbild des dienenden Christus“

In der Lesung hören wir vom Martyrium des Hl. Stephanus (Apg 7,51-8,1a). Er ist der erste, von dem überliefert wird, dass er wegen seines Bekenntnisses zu Jesus Christus getötet wurde. Seit frühester Zeit wird er auch als einer der ersten Diakone der Kirche angesehen. Schon in der Urkirche gab es die Diakone als einen eigenen Dienst. Sie sollten sich um die Notleidenden in den Gemeinden kümmern. Im Lauf der Jahrhunderte wurde in der Römischen Kirche dann der Diakonat aber nur noch als Vorstufe zum Priesteramt verstanden. Erst das II. Vatikanische Konzil schuf wieder die Möglichkeit, dass Männer zum Diakon berufen werden, die das dann auch permanent bleiben, ohne danach noch Priester zu werden.

Heute vor 52 Jahren wurden in Köln zum ersten Mal weltweit solche Ständigen Diakone geweiht. Sie hatten Familie und einen Beruf, mit dem sie ihren Lebensunterhalt verdienten. Heute gibt es in unserer Kirche über 47.000 Ständige Diakone, im Erzbistum Berlin sind es derzeit etwas über 40.

Was macht eigentlich einen Diakon aus?

Zunächst einmal nichts Anderes als das, was alle, die Christus nachfolgen wollen, auszeichnen muss: umzukehren und an die frohe Botschaft zu glauben; das eigene Leben daran auszurichten, dass wir geliebt sind und deshalb für andere da sein sollen und nicht für uns selbst; dass wir ihre Diener sind, so wie der Herr für uns alle zum Diener geworden ist. Denn „Kirche ist nur Kirche, wenn sie für andere da ist“, wie Dietrich Bonhoeffer einmal sagte. Daran sollen die Diakone erinnern. Sie sind also nicht dazu da, dass die Messe ein bisschen schmuckvoller wird oder um den Ministranten die Arbeit abzunehmen ;), sondern sie sind „ein Abbild des dienenden Christus“, wie Kardinal Josef Frings heute vor 52 Jahren bei der Weihe der ersten Ständigen Diakone sagte.

Möge der Herr uns allen diesen Geist des Dienens immer wieder schenken und mögen wir uns durch die Diakone daran erinnern lassen, dass nur eine dienende Kirche zu etwas dient!

Morgen ist übrigens (wie in jedem Jahr) der Tag, an dem viele Frauen, aber nicht nur sie, darauf aufmerksam machen, dass auch Frauen in der frühen Kirche den Dienst der Diakone ausübten und dass künftig auch Frauen zu Diakonen in unserer Kirche berufen werden sollten.

 

(Geistlicher Tagesimpuls am 28.4.2020, 52 Jahre nach der Weihe der ersten Ständigen Diakone)



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