Dreifaltigkeit: ein bisschen wie Fürst-Pückler-Eis

In der Alten Pinakothek in München hängt ein Gemälde aus dem 15. Jahrhundert von Michael Pacher. Es stellt die vier lateinischen Kirchenväter dar, darunter auch den Heiligen Augustinus und zu seinen Füßen ein Kind mit einem Löffel. Das spielt auf die Legende an, nach der Augustin am Meeresufer ein kleines Kind gesehen habe, das versuchte, mit…

Gottes Geist – die Quelle des Lebens

Wem vertrauen wir eigentlich in unserem Leben? Wem vertrauen wir wirklich? Denen, die mir nahestehen, werden Sie sagen: Den eigenen Eltern und Kindern – hoffentlich!, obwohl es da viele Gegenbeispiele gibt; unseren Freunden natürlich, doch auch hier gibt es Enttäuschungen. Wem vertrauen wir eigentlich – wirklich? Doch nur denjenigen, von denen wir meinen, dass wir…

Eine Kultur der Liebe

Heute gedenkt die Kirche des Heiligen Pauls VI.. Er war von 1963 bis 1978 römischer Papst, und vor zwei Jahren hat ihn Papst Franziskus heiliggesprochen. Paul VI. war der erste Papst, den ich bewusst erlebt habe. Ich erinnere mich an einen zarten, zerbrechlich wirkenden Mann mit hoher Stimme, von dem mir gesagt wurde, er spreche ein…

Glaubhaft ist nur die Liebe

Wir Christen sollen allen Rede und Antwort stehen, die nach dem Grund unserer Hoffnung fragen. So hören wir es im ersten Petrusbrief, einer der Lesungen dieses Sonntags (vgl. 1 Petr 3,15). Doch wenn wir ehrlich sind, wird es hier in Berlin und insgesamt im Osten Deutschlands nicht sehr oft vorkommen, dass wir überhaupt gefragt werden,…

Österliche Menschen werden

Wir sind in der Osterzeit. Wir feiern das Ostergeschehen vor nahezu 2000 Jahren. Doch was wir da feiern, ist nichts Vergangenes. Denn wir sind wortwörtlich auch heute in der Osterzeit. Auch heute stehen wir unter der Erfahrung dieses Ostergeschehens. Es hat Bedeutung für unser eigenes Leben, ganz konkret, denn als Christen sind wir österliche Menschen….

75 Jahre Kriegsende

Heute vor 75 Jahren endete in Europa der II. Weltkrieg. Für die allermeisten war es ein Tag der Befreiung, der Tag, an dem der menschenverachtenden Tyrannei der Nazis – Gott sei Dank – ein Ende gemacht wurde. Unermesslich ist das Leid, das Menschen erfahren haben in diesem Krieg und in dem, was ihm vorausging und…

„Ein Abbild des dienenden Christus“

In der Lesung hören wir vom Martyrium des Hl. Stephanus (Apg 7,51-8,1a). Er ist der erste, von dem überliefert wird, dass er wegen seines Bekenntnisses zu Jesus Christus getötet wurde. Seit frühester Zeit wird er auch als einer der ersten Diakone der Kirche angesehen. Schon in der Urkirche gab es die Diakone als einen eigenen…

Gott – mitten im Leben!

Im Erzbistum Berlin gibt es eine Gesprächsreihe: „Gott – mitten im Leben“. Dabei diskutieren viele Menschen, wo sie in ihrem Leben heute Gott erfahren und ob sie ihn überhaupt erfahren. Wenn jetzt nicht gerade wegen des Corona-Virus alles ausfallen würde, wäre heute ein weiteres solches Gespräch gewesen. Heute wäre in unserer Pfarrei auch Firmung gewesen….

Thomas – unser Zwilling

Wir kennen die Szene: Der ungläubige Thomas, der einfach hätte mehr glauben müssen und der dafür von Jesus auch noch gemaßregelt wird. Doch ist dieser Thomas nicht wie wir? Er sagt, er glaube nur, was er mit eigenen Augen sieht. Geht es uns nicht oft genauso? Der Name Thomas bedeutet bekanntlich Zwilling. Ich finde, der…

Damit wir handeln wie er

Begreift ihr, was ich an Euch getan habe?“ (Joh 13,12)  fragt Jesus am Gründonnerstag seine Jünger, und diese Frage gilt auch uns. Begreifen wir wirklich, was Jesus da für uns getan hat? Daran hängt buchstäblich alles. Denn heute die Fußwaschung und das „Gastmahl seiner Liebe“, morgen das Leiden und der Tod am Kreuz und am…

Der Gott der Liebe

Wir stehen vor dem Beginn der Karwoche, morgen feiern wir Palmsonntag. Ich finde, gerade in den Tagen vor Ostern wird unser Glaube ganz besonders herausgefordert. Das empfinde ich übrigens in jedem Jahr so, aber in diesem noch viel mehr. Das Corona-Virus führt uns unsere Verletzlichkeit auf dramatische Weise vor Augen, und wie so viele Menschen…

Sehend werden

Jesus heilt einen Blinden. Wie so oft wird uns im Evangelium vom heutigen Sonntag eine Heilungsgeschichte erzählt. Darin macht Jesus einen Mann, der von Geburt an blind war, sehend. Ein Wunder, würden wir sagen, und wir können uns wahrscheinlich gar nicht vorstellen, was das in einem Menschen auslöst. Erst wenn man einmal den Bericht von…

Für andere sorgen

Die Kirche feiert heute den Heiligen Joseph. Für mich ist er eine der größten biblischen Figuren überhaupt, obwohl wir so wenig über ihn wissen. Ich finde, der Heilige Joseph ist wie wir: Er ist besorgt, er fürchtet sich, sicher hat er auch Angst. „Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht“, sagt Maria…

Corona

Ich finde, es geht jetzt nicht darum, ob Messen, Gottesdienste oder kirchliche Veranstaltungen stattfinden. Es geht ausschließlich um eine sofortige, größtmögliche soziale Distanzierung! Das ist die einzig sinnvolle Weise, mit den Gegebenheiten umzugehen. Alles andere wäre verantwortungslos. Leider ist Berlin da spät dran. Der Herr ist immer und überall bei uns, auch wenn die Formpflicht…

Der Regenbogen Gottes über unserem Leben

Erinnern Sie sich an das Datum Ihrer Taufe, oder feiern Sie sogar Ihren Tauftag? Den Geburtstag feiert man natürlich, vielleicht sogar den Namenstag, aber den Tauftag? Papst Franziskus hat uns letzte Woche dazu aufgefordert, unseren Tauftag mehr zu feiern. Aber warum sollte das wichtig sein? Ich wage zu behaupten, dass es so ziemlich das Wichtigste…

Für die Opfer da sein

Wir Menschen neigen dazu, etwas, das wir sehr oft erleben, für weitestgehend normal zu halten. Es gibt verlässliche Studien darüber, dass zum Beispiel gerade Kinder, die oft und regelmäßig Gewalt erfahren, egal ob in der Familie oder anderswo, sich daran gewöhnen und dies als etwas zu akzeptieren lernen, das halt so ist. Dasselbe berichten Flüchtlinge,…

Warum dienen?

Bekanntlich ist ein Diakon ein Diener. Das ist zumindest die wörtliche deutsche Übersetzung des griechischen diákonos. Also einer, der dient. Das sieht man sehr deutlich in der Messe. Dort dient der Diakon in der Liturgie, versieht also bestimmte Aufgaben, aber solche, die auch jederzeit ein Laie, also zum Bespiel die Ministranten oder die Gottesdienstbeauftragten, übernehmen…

Wenn es Weihnachten nicht gäbe

Was würde uns fehlen, wenn es Weihnachten nicht gäbe? Also der Stress und die Hektik der letzten Tage würden natürlich fehlen; auch dass man schon ab September Weihnachtsgebäck kaufen kann. Und natürlich die Lichter, die Weihnachtsmärkte und vor allem die Geschenke. Doch da könnte man wahrscheinlich Alternativen finden. Aber die Frage, was uns fehlen würde,…

Mir geschehe, wie du es sagst

Was sehen Sie auf diesem Bild? Ich sehe eine junge Frau. Nachdenklich sieht sie aus, ein bisschen ängstlich vielleicht. Aber nicht schüchtern, sondern klar und selbstbewusst. Eine Hand wie zur Abwehr erhoben. Mit der anderen hält sie ihren blauen Schleier zusammen. Sie sieht uns nicht an. Sie sieht woanders hin; gleichsam aus dem Bild hinaus….

Zachäus-Menschen

Würden Sie sagen, dass Sie ein Zachäus-Mensch sind? Ich schon. Zunächst bin ich – wie Zachäus – nicht der allergrößte, eher „klein von Statur“, also zumindest hier in Preußen, wo die Menschen ja durchschnittlich größer sind als bei uns im Süden. Und dann bin ich nicht der allerärmste; ok, auch nicht wirklich reich. Aber einige…

Selig seid ihr!

Jede und jeder von uns ist aufgerufen, sich zu fragen: Will ich das Evangelium leben und wie will ich das? Das kann einem gerade an einem Fest wie Allerheiligen wieder bewusst werden. Denn sind nicht die Heiligen genau die, von denen Jesus heute in den Seligpreisungen der Bergpredigt spricht? Sie haben’s geschafft. Und wir? Wer…

„Wer sich selbst erhöht, …

… wird erniedrigt, wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden.“ Das sagt uns Jesus im heutigen Evangelium. Für die meisten von uns sind das ziemlich trübe Aussichten. Denn die Adressaten Jesu‘ sind klar: Diejenigen, die sich selbst für besser halten und andere verachten. Ihnen gilt das Gleichnis vom überheblich frommen Pharisäer und dem demütig…

Allezeit beten?

Im heutigen Evangelium verspricht Jesus seinen Jüngern, also letztlich uns, dass Gott unser Beten hört. Darauf könnten wir vertrauen, so wie die Witwe im Gleichnis darauf vertraut, ihr Recht zu bekommen. Dieses Vertrauen im Alltag immer wieder aufzubringen, ist schwer. Wie oft sind wir versucht anzunehmen, “beten” bringe nichts. Dennoch sollten wir, so sagt es…

Boten seiner Liebe sein

Liebe Schwestern, liebe Brüder, aller Anfang ist schwer! Das gilt nicht nur für Predigten. Jetzt fange ich also diesen Dienst als Diakon an, und ich freue mich, dass es losgeht, dass ich für mich diesen Weg der Nachfolge ergreife. Ich habe lange gebraucht, um zu erkennen, dass das mein Weg der Nachfolge ist: Diakon zu…

Simon von Kyrene – “Einer trägt mit”

„Simon von Zyrene hat seine Arbeit getan, er ist auf dem Weg nach Hause und begegnet dem traurigen Zug der Verurteilten – für ihn sicher ein gewohnter Anblick. Die Soldaten machen von ihrem Recht der Zwangsverpflichtung Gebrauch und legen dem … [Simon] das Kreuz eines der Verurteilten auf. Welcher Widerspruch muß sich in ihm geregt…

Dunkel!

Wir Menschen mögen die Dunkelheit nicht, die Nacht. Im Gegenteil: Wir versuchen alles, um sie loszuwerden. Man muss nur hinausgehen in die Städte oder jetzt auf die Weihnachtsmärkte oder in die Vorgärten: Alles erscheint in grellem Licht, das uns sagen soll: hier ist Leben, hier ist was los, hier ist es hell. Fast überall auf…

Heute vor 73 Jahren ermordeten die Nazis Alfred Delp!

Von ihm stammt der Satz: „Es wird kein Mensch an die Botschaft vom Heil und vom Heiland glauben, solange wir uns nicht blutig geschunden haben im Dienste des physisch, psychisch, sozial, wirtschaftlich, sittlich oder sonst wie kranken Menschen.“ Recht hatte er!

Dienen, weil er uns liebt

Evangelium (Mt 23, 1-12): Darauf wandte sich Jesus an das Volk und an seine Jünger und sagte: Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben sich auf den Stuhl des Mose gesetzt. Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden nur, tun selbst aber…

Nun saget Dank

Danke zu sagen gilt heute vielfach nur als ein Gebot der Höflichkeit. Aber zu wissen wie viel man gerade nicht sich selbst, sondern anderen verdankt, ist heute schwieriger denn je. Zudem zu glauben, dass man sich und alles andere Gott verdankt, wird selbst “Gläubigen” manchmal schwer fallen. Eine “Kultur der Dankbarkeit” tut not. Das wussten bereits…